Kolumne
__________________________________________________________________
"Meine Meinung zu..."
Dr. Dietmar Siebholz Vorsitzender des Beirats der COMVAL Asset Management GmbH
... aktuellen Kernthemen
Von Dr. Dietmar Siebholz, 28. August 2008
Das Jahr 2008 hat es in sich. Das können sie mir glauben. Manchen von uns/Ihnen wissen das schon, denn sie haben das Blutbad am eigenen Leibe erlebt; denken Sie nur an die Investments in den Kunstgebilden der Investment-Banken, von denen es mehr Abkürzungen als es deutsche Verkehrszeichen gibt. Und wie so immer: Wenn mir Abkürzungen gereicht werden, die keiner so recht erklären kann, dann werde ich misstrauisch. Das hätte man dem Vorstand der IKB oder der Sachsen- oder welcher LB rechtzeitig sagen sollen…
Aber diese Hybris sollte sich für mich verbieten, mir, der das Blutbad bei den so sehr geschätzten kleinen und dynamischen Minenwerten erlebt und erlitten hat. Doch nun zu den Kernthemen, meine Kommentare zu den eben angesprochenen Themen kommen später.
Ich hatte mir mit meinen Essays vorgenommen, etwas anders als übliche Schreiberlinge zu agieren, nämlich ein spezielles Thema genauer zu analysieren (wer von seinen Schriften leben muss, hat eher keine Zeit, umfassend und aufwändig zu recherchieren und muss daher breitflächig thematisieren) und dann darüber verständlich zu berichten.
Aber seit Anfang 2008 leide ich darunter, dass ich mir eine Reihe von Themen vornehme, von denen ich überzeugt bin, dass sie extrem wichtig seien, um dann kurzfristig festzustellen, dass es noch andere noch wichtigere Themen gibt, über die man berichten sollte, sogar müsste. Im Ergebnis verschiebe ich dann den Bericht, um später festzustellen, dass es schon wieder einen neuen Brennpunkt gibt. Da meine Erfahrung mir sagt, „besser ein Schilfrohr, das sich im Sturme biegt, als eine Eiche, die im Extremfall bricht“, weiche ich von meinem Prinzip ab und fasse mehrere Kernthemen in diesem Bericht zusammen. Ende der Vorrede.
Kernthema Politik:
Je mehr ich mich – abgesehen von dem üblichen Sommertheater – der Politik zuwende, desto mehr reift in mir der Gedanke, dieses Land zu verlassen. Wo sind denn die Volksvertreter, die unsere Interessen vertreten und – ja, ich sage es deutlich, diese Interessen sind nicht die unserer europäischen Nachbarn, nicht die von Israel, von Georgien und den USA, sondern unsere nationalen. Sind unsere Politiker so blöd, nicht zu erkennen, dass die nächste größere Krise – und die zeichnet sich durch die Finanzmarktprobleme immer deutlicher ab – uns wieder den nächsten „Erlöser“ aus dem Extremlager bringen wird? Dieser wird uns dann tatsächlich von den derzeitigen Politikern erlösen, aber sollten wir das wirklich wollen? Irgendwann einmal wird dieser aber die Fragen stellen, die heute noch niemand so direkt thematisiert, z. B.
Wo bleiben die früheren Bundesbank-(jetzt: EZB-) Gewinne? Antwort: Sie werden nach Köpfen in der EU verteilt, dabei wird Deutschland um mehr als 40 % der früheren Bundesbank-Gewinne gebracht. Der oder die Verhandlungsführer von damals sollten sich vor dem Volk schämen.
Wo bleiben die (früher uns zugerechneten) Erfolge aus dem Export? Antwort: Der deutsche Exportüberschuss nährt die EU-Liquidität, von der kaum noch etwas national ankommt; zu gut Deutsch: Meine US-Kollegen spotten und sagen, das ist Euer Deal mit den PIGS-Staaten. Eine kleine Hilfe: Pigs sind im Deutschen: Schweine. Wer ist gemeint? P = Portugal, I = Italien, G = Griechenland – S = Spanien. Warum so harte Anschuldigungen? Diese Länder leben seit Jahren von den Gaben anderer, die dafür arbeiten und Risiken tragen müssen und gleichen sich über Organisationen aus, in denen die anderen dafür einzahlen müssen. Zu meinem Geburtstag erhielt ich das Fabelbuch des „fabelhaften“ französischen Dichters La Fontaine (kein Witz, so heisst er tatsächlich und er ist kein Fabulierer, sondern ein Realist wie kein Zweiter). Eine seiner bekanntesten ist die Fabel „La cigalle et la fourmie“ = die Grille und die Ameise. In der Fabel ist alles anders; da verhungert die Grille, die das ganze Jahr nicht gearbeitet, sondern musiziert hat, aber die Europa-Politik setzt die Regeln der Natur außer Kraft.
Es soll tatsächlich ein deutsches Kriegsschiff ins Schwarze Meer gesandt worden seien, zu humanitären Aufgaben. Humanitär und Fregatte („Lübeck“), passt das zusammen? Ist es nicht eher so, dass die Bush-Gruppe sich des nicht demokratisch an die Macht gekommenen Schewadnaze-Nachfolgers bedient, um dieses Land Georgien in die NATO, ja vielleicht nach der Türkei sogar in die EU-Assoziation zu bringen? Warum? Sehen Sie sich die Landkarte an, dort verlaufen zwei oder werden bis in fünf Jahren drei Erölleitungen verlaufen, die das russische Gebiet umgehen. Wenn man sich erinnert, sagte man in den USA, Mr. Cheney stände als treibende Kraft hinter dem Afghanistan-Krieg, weil seine Halliburton Company die Erdölleitung vom Kaspischen Meer an den Indischen Ozean nur durch dieses Land (Iran wäre wohl nicht die US-günstigste Lösung, oder?) geführt - dringend benötigt. Merkt das eigentlich niemand? Das Schema ist so einfach und so offensichtlich und wir Idioten schicken ein Kriegsschiff! „Kanonenboot-Diplomatie“ nannte man dies 1906 und wohin dies führte, wissen wir heute auch.
Kernthema: Finanzmarktkrise
Als ich vor Jahren vor den Risiken der beiden großen US-Hypothekenagenturen warnte, wurde ich mit den Worten abgespeist, diese Institute seien staatgesichert. Ja, jetzt ist es sicher, sie sind es, und der US-Steuerzahler zahlt es. Nein, er wird dann wieder dadurch entlastet, dass unseren Freunden jenseits des großen Teiches wieder ein Weg einfallen wird, uns daran zu beteiligen, aber leider nur im negativen Bereich. Was uns als Trost gereichen sollte, ist, dass unsere Exportkonkurrenten, also vor allem China, davon noch weit mehr betroffen sein werden als wir, denn diese armen Schlucker haben ja noch die Anleihen dieser hohlen Institute gekauft und hoffen nun auf ein Wunder…
Ich habe immer wieder betont, dass diese Krise noch lange nicht vorbei sein wird, denn noch sind nur Bruchteile der Sünden verdaut, die wider jede Erfahrung und Vernunft von diesen Finanzmarkt-Giganten zu deren Frommen und Nutzen in die Welt gesetzt worden sind.
Wenn also jetzt die zweite Welle der Pleiten anrollt – es handelt sich um die Auflösung der unvorstellbar großen Volumen von Credit-Default-Swaps – also von Kreditverlust-Versicherungen, die gegen lächerliche Gebühren langfristig von den genannten Instituten gegeben wurden, um Schrott (um kein schlimmeres Wort zu benutzen) mit einem Hauch von Sicherheit zu verbrämen, dann werden die Gläubiger der verkommenen Schulden die Versicherungen abrufen und dann: Gute Nacht Marie! Ich rechne damit, dass dann diese Versicherungen von Staats wegen als ungültig erklärt werden müssen, sonst ginge es ja den staatstragenden (zumindest in den USA) Finanzinstitutionen an den Kragen. Also: Nie im Leben an die Sicherheit dieser Spezies von Versicherung glauben, sonst bleiben Sie auf der Strecke.
Dann werden die Fragen kommen, die im Augenblick noch niemand aus guten Gründen stellt, und zwar „Wer hat denn solchen Schrott im Bestand?“ Die Antworten werden dann langsam, sehr zögerlich kommen, und zwar weltweit: Von Pensionskassen, von Versicherungen, von Rentenfonds und von großen anderen Kapitalanlegern. Und dann wird – ich zitiere die Bibel – „Heulen und Zähneklappern“ allerorten sein, denn die Anleger und Begünstigten werden ihre Ausschüttungen fordern, weil sie diese für ihr Überleben brauchen. Und da die alte Generation immer mehr Anteile an der Bevölkerung stellt, wird diese Sicherung immer wichtiger. Was ist aber, wenn diese Anlagegelder keine Zinsen generieren oder gar nicht mehr verwertbar sind?
Ein befreundeter Informationspartner hat mir einen Bericht gesandt, der zu denken geben müsste. Die KfW verkauft jetzt die IKB für lächerliches Geld an die Lonestar-Gruppe (ja, Münte, ich entschuldige mich bei Dir: Die „Heuschrecken“ waren nur eine nette Beschreibung und ich habe Dich dafür verurteilt!). Der Kaufpreis ist keiner, denn die weiteren Garantien sind dreimal so hoch wie der Kaufpreis und die Herren aus den USA werden sich mindestens zwanzig Argumente ausdenken, um spätere Schäden auszumachen, um dann die Staatsgarantie zu ziehen. Wenn die keine Phantasie haben, ich helfe gegen Honorar: Mir fallen schon fünf sehr klare Argumente dafür ein, dass diese Garantie gezogen werden muss. Also hat uns diese Pleite so an die zehn Milliarden € gekostet. Dazu kommt, dass die KfW als ein erstklassiges Institut, geführt von einer Politpensionärin nunmehr ihren Heiligenschein und ihre erstklassige Bonität verloren hat. Das freut die Finanzinstitute jenseits des großen Teiches: Nichts ist schöner, als wenn ein unliebsamer Vergleichskonkurrent aus dem Verkehr gezogen wird. Man muss sich dann nicht immer wieder dessen besseres Standing vorwerfen lassen. Und die weiteren Folgen: Mit der IKB verschwindet ein starker Partner für den deutschen Mittelstand, der diese Exporterfolge auch und zwar sehr weitgehend zu vertreten hat. Gut gemacht, deutsche Politik. Gratulation, Herr Ackermann.
Thema Rohstoffversorgung:
In Zeiten dynamisch fallender Kaufkraft wird auf die steigenden Rohstoffpreise geschimpft und werden nun die bösen Spekulanten an den Pranger gestellt. Das ist die falsche Antwort auf die Frage: Wer sichert uns in Deutschland als Exportweltmeister und nachgewiesenermaßen ohne jedwede Rohstoffbasis (ja, wir haben die Braunkohle und die Ruhrkohle, aber zu welchen Preisen?) Wer weiß schon, aus welchen Waren sich unsere Exporterfolge generieren und welche Rohstoffe wir dafür benötigen? Schon einmal etwas von Titan, von Zirkon, von Tantal, von Kobalt, von Wolfram, von Indium, von Lithium, von Mangan oder von Seltenen Erden gehört? Das sind die Metalle, denen die Technologiezukunft gehört, die auch trotz Rezession weiterhin die Entwicklung bestimmen werden. Sind wir dabei?
Wer aus der Politik kümmert sich bei uns wie die Chinesen und nun wieder auch die USA um die Sicherung dieser Rohstoffe, die in diesem Jahrhundert die Technologie-Entwicklungen bestimmen werden?
Weltweit werden jetzt die Rohstoffunternehmen thematisiert, die kleineren leiden unter den Folgen der Finanzmarktkrise und deren Exploration kommt ins Stocken. Die Garantien für eine weitere Rohstoffkrise - schlimmer als die vor zwei bis drei Jahren - sind gegeben. Haben Sie verwirklicht, dass sich die Preise für Eisenerz in den letzten Monaten um zwischen 65 und 85 % erhöht haben? Ist Ihnen aufgefallen, dass sich der Preis für Tantal bereits um 40 % erhöht hat und ab Januar 2008 nochmals um fast 50 % zusätzlich erhöhen wird?
Hier zeigen sich die Folgen der Fehler der späten 90-er Jahre, als Internet-Luft hundertmal teurer war als Eisen.
Kernthema Inflation:
Nun sind die Dämme gebrochen, jetzt wird über Inflation geredet, aber wieder wird uns Sand in die Augen gestreut. Die bösen Ölländer sind schuld, sagt man, denn der hohe Ölpreis ist schuld. Ich wiederhole mich zum x-ten Male: Preiserhöhungen durch Rohstoffkosten hat es immer gegeben und wird es immer geben. Inflation ist aber nur eine Folge übermäßiger Geldversorgung und da haben die Ölländer nichts mit zu tun. Inflation entsteht, wenn zu viel Liquidität zu wenig Waren und Dienstleistungen gegenüber steht. Und in Sachen Geldschöpfung haben die Notenbanken, allen voran die private FED, die Bank of Japan und die EZB olympisches Gold, Silber und Bronze verdient.
Um diese maroden Finanzungeheuer am Leben zu halten, haben sie Abermilliarden an frischem nicht verdientem Geld geschaffen, das jetzt durch die Finanzmärkte geistert und nichts weiter produziert als Inflation. Den großen Staaten ist dies recht, denn so vermindert sich der reale Wert ihrer Schulden. Wir werden hier entweder weitere Verschleierung der realen Zahlen erleben (es gibt so vieleManipulationsmöglichkeiten, die reale Inflationsberechnung zu beeinflussen, und es werden neue Wege gefunden, um dies zu erreichen) oder unser blaues Wunder erleben, wenn dies nicht mehr gelingen sollte.
Bleiben Sie hier wachsam.
Thema Aktein-Leerverkäufe
Viele der von mir beobachteten (ja leider sogar gekauften) Explorations- und Rohstoff-Aktien sind in den Keller gefahren; realistisch ist dies als Blutbad zu bezeichnen. Warum? Managementfehler sind viele gemacht worden, aber die Wirkungen der Finanzmarktkrise schlagen hier voll durch. Diese Gesellschaften leben vom Kapitalzufluss, weil sie noch nicht oder zu geringen Cash-Flow generieren. Stockt die Eigenkapitalversorgung und ist gleichzeitig der Fremdkapitalmarkt tot (er ist es!) dann brechen diese Gesellschaften ein. Genau das ist passiert. Was dazukommt, und hier wird es schon fast kriminell: Durch die Möglichkeit, gedeckte oder sogar ungedeckte Leerverkäufe zu tätigen, werden die Preise für diese Titel ins Bodenlose gedrückt. Gedeckte Leerverkäufe, bei denen sich z.B. Hedgefonds Aktien von Brokern leihen, um diese bei der Einschätzung sinkender Kurse an der Börse zu verkaufen und sie später auf niedrigem Niveau einzudecken, sind derzeit legitim. Man hatte sie in den 30-er Jahren verboten, weil man ihnen einen Großteil der Schuld an den verheerenden Verlusten an den Börsen gab, Nun sind wie wieder en vogue. Kein gutes Zeichen, oder?
Aber es wird noch schlimmer. Verfolgen Sie die US-Statistiken für die Pleiten aus nicht gedeckten Leerverkäufen, so genannten „naked shorts“. Meine Herren, das sind keine erotischen Damenbekleidungsstücke, dass sind ungedeckte Aktienleerverkäufe. Mein Lehrmeister an der Düsseldorfer Börse warnte mich dereinst in den 60-er Jahren vor solchen Transaktionen mit der Bemerkung: Wenn Du LONG falsch liegst, ist Dein Verlust nur 100 %, wenn Du aber SHORT falsch liegst, ist Dein Limit nach oben (für die Verluste) nur der Himmel!“ Walter Beiler ist schon lange tot, aber dieser Satz blieb mir.
Ich stelle mich auf die Entscheidung ein, ob die gedrückten Titel mangels Finanzzufluss nun vom Kurszettel verschwinden oder ob vorher die Eindeckungen für die Leerverkäufe ein Armageddon-Szenario für die Hedgefonds schaffen werden. Keine leichte Entscheidung. Ich hoffe auf ein gutes Ende. Meine Antwort werde ich bald geben, denn ich werde diese Werte nach ihren inneren Werten und der Nachfrage nach den von ihnen explorierten Metallen untersuchen, denn wenn diese Metalle dringend gebraucht werden, werden diese Titel nicht untergehen (dürfen). Dann wären die Chancen unermesslich.
Thema Gold und Silber
Ich schenke mir jede Analyse und sage nur: Solange nicht alle Themen (siehe oben) abgehandelt und ausgeglichen sind, müssen Sie sich die besten Versicherungen der Welt kaufen. Nein nicht ALLIANZ oder andere erstklassige Titel (siehe Anlagen in den Finanzderivaten), sondern die physischen Edelmetalle oder andere handelbare Rohstoffe. Und zwar jetzt, bevor die restliche Welt entdeckt, was das Papiergeld noch wert ist. Die Heuschrecken wissen dies seit langem. Sie kaufen z.B. in Deutschland alles, was verkäuflich ist. Warum legen sie ihre so leicht erworbenen US-Dollars nicht in Euros an?
Warum der Preisverfall für die Edelmetalle? Es gibt zwei Märkte, so wie immer im Krisenzeiten (erinnern Sie ich noch an die Zeit, wo Reichsmark und Zigaretten miteinander konkurrierten oder wo es zwei Preise gab, einen offiziellen, der war staatlich gesteuert und nicht vom Markt und einen, der sich am Markt bildete?) Das kommt wieder, ich verspreche es Ihnen. Die Ostmark haben wir in Berlin mit 1 : 4 gehandelt, während wir in Ost-Berlin offiziell 1 : 1 tauschen mussten, erinnern Sie sich? Politische Preise haben immer eine kurze Halbwertzeit.
Die Tatsache, dass es weltweit Probleme gibt, physisch Edelmetalle zu erwerben und die Preise fallen (weil die Future-Märkte gesteuert werden), sollte Ihnen zu denken geben. Märkte haben immer recht a la longue, also wechseln Sie Ihr Geld in richtige Werte.
Noch zwei Randbewerkungen zu Themen, die einmal Kernthemen werden, so meine ich:
Einlagenversicherungen:
Derzeit ein ganz heißes Thema in den USA; dort teilte die FDIC – also die dortige staatliche Einlagensicherungsbehörde – am 27.08.2008 mit, dass sie sich Geld vom Finanzministerium borgen müsse, um die Ausgleichszahlungen für pleite gegangene Banken (ja das gibt es wirklich, denn nur die ganz Großen – also die staatstragenden Institute - werden ja durch FED-Mittel gerettet) in den USA leisten zu können. Die Reserven sind schon aufgelöst, jetzt darf der Staat zahlen, durch Schulden. Natürlich haben sie dann die Aktiva der Banken als Sicherheit, aber was sind diese wert? Häuser, deren Preise sich mehr als halbiert haben und Anleihenderivate, die keiner mehr haben will? Was fließt nach deren Verwertung an den Staat zurück? Raten Sie mal.
Flow-of-Funds-Daten:
Sie wissen, dass ich diese Daten seit Jahren verfolge; sie werden immer erratischer, d.h. der dringend nötige Kapitalzufluss in die USA stockt. Dass die USA wegen ihrer Defizite neben einem unausgeglichenen Staatshaushalt von geschätzt 600 Mrd US-$ auch noch ein Handelsbilanzdefizit von geschätzt 600 Mrd.führen, ist vielen entgangen. Wenn ich den USA als Weltmacht einen Bonus von 300 Mrd. gebe, dann fehlen pro Jahr immer noch an die 900 Mrd US-$ - also monatlich 75 Mrd. Nach letztem Stand per 30.06.2008 wäre der Sollstand bei Kapitalzuflüssen bei 450 Mrd gelegen, aber gekommen sind per Saldo nur 155,3 Mrd.
Frage: Was passiert selbst bei einem starken Herzen, wenn die Koronararterien verstopft sind und kein Blut mehr fließt? Ich persönlich kenne die Antwort, Sie auch?
Schlussbemerkung:
Schützen Sie sich selbst, Ihr Staat will Ihr Geld und will Sie nicht schützen.
__________________________________________________________________
© Dr. Dietmar Siebholz